Frauen-Psychologie erklärt: Warum wir lieben, wenn wir gelüstelt haben...

Meist ist es schließlich so: Sobald der Sex im Spiel ist, ist es vorbei mit der Gleichgültigkeit und der Gefühlskälte. Plötzlich fängt man an, den anderen zu vermissen, oder wünscht sich von ihm Aufmerksamkeit, oder man/frau kann einfach nicht aufhören, sich an den schönen Moment der Zweisamkeit zu erinnern. Und plötzlich ist es eben doch gar nicht mehr so klar, dass es bei dem Ganzen Tête-à-Tête ausschließlich um Sex ging. Stattdessen heißt es: Willkommen im Gefühlschaos! Cool zu bleiben, ist dabei die schwierigste aller Aufgaben. Und die Erklärung für dieses frauentypische Verhalten ist schnell geliefert – natürlich mithilfe zweier Wissenschaftszweige.

Die Neuro-Medizin: Lust und Liebe entstehen in derselben Hirnregion

Eine neue Studie liefert für diesen Zusammenhang eine neuro-medizinische Erklärung. Ein Forscher-Team aus Montreal wertete 20 Studien, die unter anderem mit Gehirn-Beobachtungen durch einen Magnetresonanztomografen gearbeitet hatten, aus. Das Ergebnis: Lust und Liebe werden im selben Hirnareal verarbeitet, dem Striatum. In einem anderen Hirnbereich, dem insulären Kortex, kann es so zu Überschneidungen von Lust- und Liebes-Emotionen kommen, wie Cosmopolitan online berichtet. Dadurch können die beiden – eigentlich unterschiedlichen – Empfindungen gleichzeitig verarbeitet, aktiviert, empfunden werden. Und schon fühlt man nicht mehr nur Lust, sondern eben auch Liebe. Das Prozedere findet übrigens nicht nur bei Frauen statt, sondern auch bei den Herren. Sie können ebenso empfinden und zu denselben Gefühlen auf diese Weise kommen. Das scheint im Kontext des Glaubens, dass es eigentlich nur die Frauen seien, die Sex und Liebe nicht trennen können, doch ein überraschendes und zufriedenstellendes Ergebnis zu sein. Problematisch könnte das Ganze nur werden, wenn man es mit einem Mann zu tun hat, der seine Gefühle nicht einmal artikulieren, geschweige denn, richtig interpretieren kann – und von denen gibt es bekanntermaßen ziemlich viele…

Die Evolutions-Biologie: An den Mann gebunden

Etwas anders kann man mithilfe der Evolutionsbiologie argumentieren. Hier trifft man meist auf Erklärungen für den Lust-Liebe-Match, die sich auf die Funktion, und damit auf die Dringlichkeit einer emotionalen Beziehung stützen, wie sie schon zur Steinzeit existierte. Demnach könnte man das Phänomen, sich nach einem einfachen One-Night-Stand trotzdem zu einem Mann hingezogen zu fühlen, vor allem mit Blick auf die Disposition zur Fortpflanzung betrachten. Die Frau muss sich an den Mann binden, auch emotional, damit sie den Kindern eine gesicherte Zukunft bieten kann. Währenddessen müssen die Herren ja eigentlich nur für die Fortpflanzung und damit die Arterhaltung herhalten. Sie müssen sich also nicht besonders an eine Dame binden wollen, um selbige auch befruchten zu können. Fazit: Die Damen müssen evolutionsbedingt viel eher Gefühle und Emotionen zu einem Mann aufbauen, als dass dieser sich an sie binden müsste – ja, das klingt altmodisch, aber irgendwie ist doch immer etwas dran. Und was haben wir davon? In erster Linie eines: Gefühlschaos und die Lust dazu, dem Partner auch mal Liebe zu schenken.